Lettland Reiseinformation
Einreise und Fakten
Die nachstehenden Informationen zur Einreise sind gültig für Einzelreisende, die sich ihr Visum in Eigenregie organisieren möchten.Einreise für Deutsche
Visumfrei für einen unbegrenzten Aufenthalt. Notwendig sind: bei Einreise gültiger Reisepass (für einen Aufenthalt bis zu 3 Monaten sind auch der bei Einreise gültige Personalausweis, der vorläufige Reisepass sowie der vorläufige Personalausweis ausreichend), bestätigte Rück- oder Weiterreisetickets (oder Kfz) sowie ausreichende Geldmittel. Als Nachweis des EU-weiten Versicherungsschutzes sollte das Formular E 111 (nur noch gültig bis 31.12.2004) oder die Europäische Krankenversicherungskarte mitgeführt werden (Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung wird zusätzlich empfohlen).
Arbeitsaufnahme nach EU-Regelung mit Arbeitserlaubnis möglich.
Einreise für Österreicher
Visumfrei für einen unbegrenzten Aufenthalt. Notwendig sind: bei Einreise gültiger Reisepass (für einen Aufenthalt bis zu 3 Monaten ist auch der bei Einreise gültige Personalausweis ausreichend), bestätigte Rück- oder Weiterreisetickets (oder Kfz) sowie ausreichende Geldmittel. Als Nachweis ihres EU-weiten Versicherungsschutzes sollte das Formular E 111 (nur noch gültig bis 31.12.2004) oder die Europäische Krankenversicherungskarte mitgeführt werden (Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung wird zusätzlich empfohlen).
Arbeitsaufnahme nach EU-Regelung mit Arbeitserlaubnis möglich.
Einreise für Schweizer
Visumfrei für 90 Tage innerhalb eines Kalenderjahres. Notwendig sind: jeweils 3 Monate über den Aufenthalt hinaus gültiger Reisepass oder nationale Identitätskarte, Nachweis einer Auslandsreisekrankenversicherung, bestätigte Rück- oder Weiterreisetickets (oder Kfz) sowie ausreichende Geldmittel.
Landesdaten
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Lage
Die Republik Lettland gehört zu den Baltischen Staaten. Lettland grenzt im Westen an die Ostsee, im Norden an Estland, im Osten an die Russische Föderation, im Süd-Osten an Belarus und im Süden an Litauen. |
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Einwohner
Bevölkerung: ca. 2,36 Millionen. |
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Sprache Die Amtssprache ist Lettisch. Russisch ist weit verbreitet. Eine Verständigung ist oft auch auf Englisch oder Deutsch möglich. Mit Russischkenntnissen sollte man zurückhaltend sein, da manchmal negative Reaktionen hervorgerufen werden können. |
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Zeitverschiebung
Osteuropäische Zeit = Mitteleuropäische Zeit (MEZ) +1 Stunde |
Stromspannung
220 Volt Wechselstrom, 50 Hertz
In Lettland sind zwei-polige Stecker in Gebrauch. Für Schukostecker empfiehlt es sich, einen Adapter mitzunehmen.
Telefon/Post
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Post Luftpost ist bis zu 7 Tage nach Westeuropa unterwegs. |
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Telefon
Die Vorwahl von Deutschland nach Lettland ist 00371, die Vorwahl bei Gesprächen von Lettland nach Deutschland ist 0049. In Kaufhäusern und an Zeitschriften-Kiosken gibt es Telefonkarten für die Telefonzellen. Innerhalb des Baltikums telefoniert man preiswert, Auslandsgespräche kosten verhältnismäßig viel. Telefonieren vom Hotel ist teurer als aus Telefonzellen. NOTRUFNUMMERN: Europaweite Notrufnummer 112 oder Polizei 02, Unfallrettung 03, Feuerwehr 01. |
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Mobilfunk Derzeit gibt es Roamingverträge mit Anbietern in Lettland von E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone. |
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Internet
Länderkürzel: .lv |
Feiertage
1. Januar (Neujahr), Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai (Tag der Arbeit), 23. Juni (Mittsommerfest), 24. Juni (Johannistag), 18. November (Tag der Unabhängigkeit), 25., 26. (Weihnachten) und 31. Dezember (Silvester).
Die Hauptferienzeit geht von Juni bis August. Während dieser Monate sollte man sich alle Geschäftstermine bestätigen lassen. Gleiches gilt für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sowie um Ostern.
Öffnungszeiten
Geschäfte: Mo bis Fr von 10-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr, Lebensmittelgeschäfte sind häufig bis 22 Uhr geöffnet, größere Supermärkte auch täglich rund um die Uhr. Bei kleineren Geschäften gibt es eine Mittagspause;
Banken: Mo bis Fr 9/10-17/18 Uhr, vereinzelt auch Sa 9-12 Uhr;
Behörden: Mo bis Fr 9-18 Uhr;
Post: Mo bis Fr 8/9-16/19 Uhr, vereinzelt auch Sa 9-13 Uhr.
Kleidung
Im Sommer sollte man außer Übergangskleidung auch noch leichte Wollsachen dabeihaben, da die Morgen- und Abendstunden oft doch recht kühl sein können. Im Winter sollte man warme Kleidung und warme Schuhe mitnehmen. Eine Regenjacke sollte man auf jeden Fall dabeihaben.
Geschichte/Politik
Im dritten vorchristlichen Jahrtausend besiedelten Balten die Gegend von Lettland. Im 13. Jahrhundert fielen deutsche Ordensritter ein, legten 60 wehrhafte Burgen an und gründeten den Ordensstaat Livland. Dieser erlebte im 14. Jahrhundert seine Blütezeit.
Als im 16. Jahrhundert Livland seine Macht verlor, stritten sich alsbald Polen, Schweden und Russland um die Hafenstädte der drei baltischen Länder Lettland, Estland und Litauen. Die darauf folgende russische Herrschaft führte im 19. Jahrhundert sowohl zu einer Verarmung in den Ländern als auch zu Unruhen und Auswanderung.
Nach dem ersten Weltkrieg konnten die drei baltischen Staaten mehrere Jahre lang als demokratisch regierte Republiken existieren. Doch im September 1939 kam das Baltikum wieder zu Russland. Durch stalinistische Säuberungen, Deportationen und Massenvernichtungen bluteten die Länder aus. Zwangseinweisungen russischer Arbeiter füllten nach 1945 die Lücken und führten zur Russifizierung: Viele Letten fühlten sich fremd im eigenen Land.
Nach 1985, im Zuge von Glasnost und Perestroika, forderten auch die Letten ihre Unabhängigkeit. Am 6. September 1991 schied Lettland (mit Estland und Litauen) aus der zerfallenden Sowjetunion aus und wurde zur eigenständigen Republik.
Lettland ist seit 01.Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union.
Wirtschaft
Lettland hat es verstanden, vor allem in und nahe der Hauptstadt Riga eine Produktion qualitätsvoller elektrischer und feinmechanischer Geräte aufzubauen. Dazu gehören auch Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, ebenso jedoch Mopeds und Kleinbusse, Fernsprech- und Funkanlagen. Neuerdings versucht man, die Textil-, die Holz- und die Baustoff-Industrie weiter zu entwickeln. Die Landschwirtschaft ist jedoch weiterhin wichtig. Lettland gilt als die Kornkammer des Baltikums, doch auch die Viehwirtschaft spielt eine große Rolle. Hier hat die schnell angepackte Privatisierung der Landwirtschaft viel gebracht.
Der Tourismus spielt in Lettland zunehmend eine Rolle. Die Besucherzahlen steigen, die Infrastruktur wird ausgebaut. Viele größere Städte sind gut auf ausländische Besucher eingerichtet.
Immer mehr Anbieter von ländlichen Ferienunterkünften sind dabei, sich auf die Wünsche der westlichen Besucher einzustellen. Neben der fast selbstverständlichen Sauna haben viele schon Angelgerät oder Leihräder im Angebot. Einige vermieten Paddelboote oder Reitpferde, manche bieten Kutschfahrten an.
Religion
55 Prozent der lettischen Bevölkerung sind Protestanten, 24 Prozent Katholiken und 9 Prozent gehören der russisch-orthodoxen Kirche an.
Vegetation
Die Naturerlebnisse, die in Lettland geboten werden, sind großartig: schöne Landschaften, in denen Wälder und Seen dominieren, eine teilweise kaum berührte Tier- und Pflanzenwelt. Viele der Pflanzen sind streng geschützt. Naturfreunde haben Möglichkeiten zu interessanten Beobachtungen - so im Schlosspark von Kazdanga (bei Aizpute), Lettlands artenreichstem Park, und im Gauja-Nationalpark.
Tierwelt
Neben den in Mitteleuropa heimischen Arten wie Rehe, Rot- und Schwarzwild, Füchse und Marder leben in den Wäldern Wildtiere, die man in unseren übervölkerten Ländern lange nicht mehr gesehen hat. Allerdings wurden manche (wie Wisente und Biber) erst kürzlich wieder angesiedelt. Andere (vereinzelt Wölfe, Bären und Luchse) haben sich bis heute vor allem in den einsamen Waldgebieten Lettlands halten können.
Kulinarisches
Die lettische Küche ist sehr herzhaft. Die häufigen Suppen sind solide - mit Gemüse, Brot oder Milch. Man isst viel Schweine-, Lamm- und Rindfleisch. Dazu: Beeren und, vor allem, Pilze. Blinys, die es überall im Baltikum gibt, sind kleine Pfannkuchen - meist mit saurer Sahne oder Fisch gefüllt. Üblich sind vor allem Hering, Lachs und Bachforellen.
Man trinkt Kaffee oder Tee. Einheimisches Bier ist sehr gut. Wein und Sekt kommen fast immer aus Russland oder Georgien und sind für unseren Geschmack meist zu süß. Wodka wird überall in russischer Qualität gebrannt. Typisch ist der in Riga gebraute "Rigas Balzams", der "Schwarze Balsam", ein weithin berühmter Kräuterlikör.
Beeren- und Fruchtsäfte sind meist ausgezeichnet (was man von den Fabrik-Limonaden nicht sagen kann), Met und Honiglikör gelten als baltische Spezialitäten; in allen drei Ländern gibt es viele Imker.
Klimainformationen
Lettland hat mitteleuropäisches Klima mit angenehmen Sommern und kalten Wintern. Der Juli ist der wärmste Monat mit durchschnittlichen Temperaturen von ca. 16-18°C. Der kälteste Monat an der Küste ist der Januar. Nicht selten werden dann Temperaturen von -20°C gemessen. Im Osten ist es im Februar am kältesten. In dieser Zeit werden dann etwa -10°C gemessen. Der Niederschlag ist relativ gleichmäßig über das Jahr verteilt.
Beste ReisezeitVon Mai bis September
Währung
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WährungseinheitWährungseinheit: Lats (Ls) |
Devisenbestimmungen/Umtausch
Einfuhr Fremdwährung: unbeschränkt
Einfuhr Landeswährung: unbeschränkt
Deklaration: Ja - bei der Einfuhr großer Summen Fremdwährung empfohlen.
Ausfuhr Fremdwährung: unbeschränkt
Ausfuhr Landeswährung: unbeschränkt
Umtausch: Umtausch von US-$ und Euro problemlos möglich. In größeren Hotels bzw. in Touristenorten, bei Autovermietern u.ä. wird in der Regel Bezahlung in frei konvertierbaren Devisen gefordert (kleine Stückelungen mitnehmen).
Internationale Kreditkarten: Ja - werden von größeren Hotels, zahlreichen Geschäften und Restaurants akzeptiert, auch bei internationalen Autovermietern und NESTE-Tankstellen.
Geldautomat: Ja - Mit der EC-Karte (Maestro) und teilweise auch mit Kreditkarten kann in allen kleineren und größeren Städten an Geldautomaten Geld abgehoben werden.
Reiseschecks: Ja - in Euro oder US-$. Werden von Banken und großen Wechselstuben angenommen
Sehenswertes
Riga
Lettlands Hauptstadt ist Riga: Sehr lebendig und in ihrer reichen hanseatischen Vergangenheit geprägt von Ordensrittern und wohlhabenden Kaufleuten, mit prächtigen (teils mittelalterlichen) Bauten und vielen Grünanlagen. Sie breitet sich an beiden Ufern des größten baltischen Stromes, der Daugava, aus. Ihre strategisch günstige Lage verdankt sie dem Bremer Domherrn Albert, der 1201 mit einem Kreuzfahrerschiff anreiste und just hier, im unzugänglichen Mündungsgebiet des Stromes, die Hauptstadt des geplanten Ordensstaates gründete.
Riga war von Anbeginn ein westlich geprägter Handelsplatz - von deutschen Geistlichen und Kaufleuten beherrscht, von deutschen Handwerkern aufgebaut. Bis heute hat der alte, ummauerte Stadtkern seine mittelalterliche Anlage mit den verwinkelten Gassen behalten. Darin haben viele kulturhistorisch wertvolle Kirchen, Türme und Profanbauten überdauert. Aber auch die Neustadt mit ihren prächtigen Bauten aus Gründerzeit und Jugendstil ist eine eingehende Besichtigung wert. Kaum sonstwo in Europa findet man eine ähnliche Konzentration guterhaltener Jugendstil-Architektur wie in der lettischen Hauptstadt.
Riga ist wohl auch heute wieder die wirtschaftliche Zentrale und die kulturelle Metropole des Baltikums.
Ein Besuch im ethnografischen Freilichtmuseum Lettlands am benachbarten Jugla-See mit seinen über 100 Gebäuden aus allen Teilen des Landes und den Folklore-Vorführungen ist die etwas langwierige Anfahrt allemal wert.
Jurmala
An der weiten Rigaer Bucht, 14 km westlich von Riga, liegen ehemalige Fischerdörfer, die Ende des vorigen Jahrhunderts zu beliebten Seebädern wurden. Neben malerischen alten Fischerhäusern und wunderschönen Villen aus der Zeit der Jahrhundertwende stehen, leider, Plattenbau-Ferienheime aus der Zeit der Sowjetunion. Heute heißt die inzwischen 40 km lange Strandsiedlung samt ihren bewaldeten Dünen insgesamt "Jurmala" ("Meeresland").
Aizpute
Vom 13. bis 16. Jahrhundert war die kleine Hansestadt Hasenpoth, wie sie damals hieß, Sitz der Ordensritter und des kurländischen Domkapitels. Als ihr Hafen versandete, übernahm die südwestlich gelegene Stadt Liepaja die Rolle als bedeutendes Handelszentrum an der Ostseeküste. Sehenswert sind in Aizpute aber nach wie vor die Reste der alten Ordensburg und die benachbarte Wassermühle. Östlich von Aizpute liegt das klassizistische Schloss Kazdanga in einem weitläufigen Park voller exotischer Baumveteranen.
Cesis
Dieses beschauliche Städtchen zählt zu den ältesten und schönsten des Landes. Wenden, wie es früher hieß, war jahrhundertelang Sitz der livländischen Ordensmeister und eine geschäftige Handelsstadt der Hanse. Die eindrucksvolle Ruine der Ordensburg, die romanisch-gotische Johanniskirche mit ihren interessanten Grabmalen sowie viele alte Häuser im verwinkelten Stadtkern stammen aus jenen Tagen.
Sigulda
Das touristische Zentrum der "Lettischen Schweiz" liegt äußerst malerisch im tiefen Gauja-Tal. Dass dieser alte Ordensritter- und Bischofssitz Ende des 19. Jahrhunderts eine beliebte Sommerfrische der russischen Zarenfamilie war, merkt man auf Schritt und Tritt. Klassizistische Villen und Landhäuser, schattige Grünanlagen, ein neogotisches Schloss (heute ein Sanatorium) sowie eine Freilichtbühne (für Sängerfeste, Konzerte und Theateraufführungen) vor der romantischen Ordensburg-Ruine erinnern an damals.
Gauja-Nationalpark
In Lettland gibt es weite, unberührte Landschaften von großem Reiz. Die schönste, rund um das Urstromtal der Gauja (bei Sigulda), wurde schon vor sechzig Jahren zum Nationalpark erklärt. Dieser Gauja-Nationalpark erhielt seine heutigen Ausmaße von 920 km² erst 1974. Er bietet traumhaft schöne Flusstäler, steil aufragenden Sandsteinklippen mit interessanten Höhlen, dazu weite, unberührte Wälder und lichte Birkenhaine sowie mehrere hübsche Badeseen. Es gibt gute Wanderwege mit reizvoll gelegenen, teilweise gut ausgestatteten Rast- und Lagerplätzen sowie Möglichkeiten für Flusswanderer.